internet of elephants

Internet of Elephants – Rewild your World

Gamification, Serious Game oder Marketing-Game?

Ersteinmal eine klasse Idee. Animal-Lovers, Gaming-Geeks und Data-Heads zeigen hier, wie sie ihr Wissen zusammen nutzen können, um sich eines wirklich ehrenwerten, und dringend notwendigem, Thema anzunehmen.

Dafür spiegelt Internet of Elephants reale Bewegungsdaten individueller wilder Tiere auf die Stadt/Community des Spielers der App. Dank Augmented Reality kann dieser den Elefanten, das Nashorn oder den Löwen direkt vor sich sehen. Auf der Strasse, im Büro oder (natürlich hoffentlich) auch in der Schule oder dem Kindergarten. Ob ein Tier gerade vor einem um die Ecke kommt oder nicht, entscheidet jedoch dessen reales Bewegungsmuster aus der Wildnis.

So weit so gut. Eine gutes Thema, um reale Daten in eine Spielstory einfließen zu lassen.

Das Ziel der Kampagne

So wie ich es verstanden habe, geht es hier darum, Aufmerksamkeit zu erzeugen und das Thema des Tierschutzes natürlich mit jedem einzelnen Spiel in den Aufmerksamkeitshorizont des Spielers zu bringen. Als Konsequenz erhofft man sich dann eine gesteigerte Spendebereitschaft.

Dieser Ansatz versetzt das Spiel bisher in der Kategorie Marketing Game. Was keine Wertung sein soll.

Aber das ganze Potential…?!

Natürlich kann man nicht alles, was möglich wäre, gleich zu Beginn auf die Agenda nehmen und bei einer Kickstarterkampagne sollte man sich auch auf ein oder zwei Themen fokussieren.

Was hier sofort heraussticht, jedenfalls geht es mir so, ist das Potential solch eines Ansatzes, die Spieler direkt mit in die Auswertung der Bewegungsroutinen einzelner Wildtiere mit einzubeziehen. Zum Verständnis, was ich damit meine, hier ein Beispiel aktueller Datennutzung:

Besonders interessant ist hier der Zeitcode 0:54 min. Man erkennt sehr gut, wie sich etwas im Bewegungsmuster des Tieres ändert. Das ist definitiv ein Muster, welches durch Spieler gut erkannt werden kann. Übersetzt in die Spiellogik von Rewild your World, könnte das so aussehen, dass die der Elephant, plötzlich nicht mehr vom Stadtteil Haidhausen nach Lehel übertreten kann.

Ja, ich lebe in München und freue mich bereits Schimpansen in der Frauenkirche und Nashörner auf dem Oktoberfest beobachten zu können.

Als Serious Game

Fällt dieses Bewegungsmuster mehreren, sagen wir 100 Spielern auf der ganzen Welt auf und melden sie das im Spiel, bzw. reagieren den Regeln des Spieles nach um sich auf die neue Situation einzustellen, erhalten die echten Analysten diese Meldung. Daraufhin können sie die Situation begutachten und entscheiden, ob Handlungsbedarf besteht oder nicht.

Somit übernehmen die Spieler machbare und repetitive Aufgaben im Spiel, die ansonsten den Analysten wertvolle und auch kostspieligere Zeit nimmt. Diese können sich somit auf die Arbeiten konzentrieren, die wirklich ihre Fähigkeiten benötigen. Somit würde aus Rewild your World ein Serious Game werden.

Als Game-Based-Learning

Der Wanderweg eines einzelnen Tieres, ebenso wie das einer ganzen Herde, ist natürlich  nicht zufällig gewählt. Das Tier weiß, dass wahrscheinlich gewisse Nahrungsquellen auf dem Weg liegen werden, Unterschlupf vorhanden sein wird, sich paarungswillige Artgenossen finden lassen werden und vieles mehr. Diese Fakten ebenso in das Spiel mit integriert lassen die Spieler auch viel über die Beweggründe des Verhaltens der unterschiedlichen Gattungen erkennen und lernen. Durch das Spiel selbst kann der Spieler so erkennen, welche umweltbedingten Rahmenbedingungen notwendig sind, damit solch ein vielfältiges Leben auch bestehen bleiben kann.

Solch eine Selbsterkenntnis durch das eigene Handeln im Spiel ist wohl wirkungsvoller, als alle Belehrungsversuche von außen. Schließlich ist es kein Geheimnis, dass der Mensch durch Selbsterkenntnis besser und nachhaltiger lernt, als durch den Versuch belehren zu wollen.
(Die Abschreckungsbilder auf den Zigarettenschachteln lassen grüßen.)

Solch eine Mechanik würde das Spiel von Internet of Elephants in die Kategorie Game-Based-Learning versetzen.

Danke an Manuel Grassler, der mich auf diese Kickstarterkampagne aufmerksam gemacht hat. Da wir mit der Plattform gamification.xyz einen Versuch der Kategorisierung unterschiedlichster spielerischer Anwendungen wagen, war dieses Beispiel perfekt, um es mal genauer zu betrachten.

Hier abschließend der TED-Talk des Initiators des Spiels:

 

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