Gamification in Russland

Gamification in Russland

Menschliches Verhalten, und damit auch die Motivation, der Wille, das Auslegen und Nutzen von Regeln sind, wenig überraschend, kulturbedingt. Dies zeigt wieder einmal unsere letzte Erfahrung in unserem Einsatz für Gamification in Russland.

Für eines der größten Möbelproduzierenden Unternehmens Russlands stellt sich klar die Frage der Motivation ihrer Vertriebsmannschaft. Obwohl erfolgreich etabliert, und dies seit über 25 Jahren, lässt sich dort erkennen, dass ein gute Gehalt, erfolgsabhängiger Boni und finanzielle Zufriedenheit nur bis zu einem bestimmten Grad für Vertriebsmotivation sorgen.

Die Russen gelten als ein sehr stark vom Status getriebenes Volk. Zeigen was man hat und stolz darauf sein. Gerne auch kurzfristig orientiert. Darüber wie man den Status langfristig aufrechterhält, macht man sich dann halt erst…langfristig Gedanken. Schnelle Achievements über nachhaltigen, aber langsameren Erfolg. Wie immer kann man das nicht einfach auf alles und jeden übertragen, jedoch ist das die Situation, die wir innerhalb unserer Gamificationarbeit hier großteils vorfanden. Das dies eine Tendenz in der russischen Kultur ist, wurde jedoch fast einstimmig von den, mit uns arbeitenden Einheimischen bestätigt.

Was bedeutet das für Gamification-Design?

Leicht beginnen – anfangs schnelle Errungenschaften – klare Zielausrichtung – Aufzeigen möglicher Spezialisierungen.

Hier zeichnet sich ein Gamification-Design ab, das von Vornherein den Vertriebsmitarbeiter einen ‚roten Faden‘ an die Hand gibt, mit leichten Individualisierungsmöglichkeiten.

Der Onboardingphase steht daher eine besondere Gewichtung zu. Ähnlich einem gut gemachten Tutorial hilft es den neuen Mitarbeitern sich im wettbewerbsorientierten Klima einer Vertriebsmannschaft zurecht zu finden. Was ist das Basiswerkzeug für einen Vertriebler? Welches Wissen findet man wo und wie schnell? Wie bleibt man auf dem Laufenden?

Diese Dinge in einer absehbaren Zeit für sich persönlich abhaken zu können, gibt die notwendige Sicherheit. Im nächsten Schritt bietet man den Personen eine gute Übersicht über die nächsten erreichbaren Ziele. Dies sorgt nicht nur für das Erleben zeitnaher Erfolgserlebnisse, sondern sorgt auch für eine direkte Unternehmenskommunikation. Ersteres erlaubt den neuen Mitarbeitern zu realisieren, dass es die richtige Entscheidung war, zum Unternehmen zu gehen und gleichzeitig zeigt man auch dem Arbeitgeber, dass die Anstellung richtige Entscheidung war.

Klare Zielausrichtung

Von diesem Meilenstein ausgehend ergibt sich ein Karrierepfad, der – im Kern – die möglichen zu erreichenden Positionen und Verantwortlichkeiten abbildet. Somit hat man einen roten Faden vor Augen und die Gefahr des ’schwimmens‘ wird verhindert. Ist man sich nicht sicher, was wohl in der kommenden Zeit von einem erwartet wird, kann man nichts falsches machen wenn man sich an diesen hält.

Aufzeigen möglicher Spezialisierungen

Neben solch einem roten Faden, der meist für alle Vertriebsmitarbeiter im Unternehmen der Selbe ist, ergibt sich dann die Möglichkeit der Spezialisierung. Durch das Aufzeigen möglicher Rollen im Gamification-Design, in Kombination mit der eigenen Performance ergeben sich sogenannte Side-Loops. Diese erlauben eine Bereicherung des klassischen ‚roten Fadens‘. Solch eine Möglichkeit, für jeden einzelnen Mitarbeiter spezielle Rollen zu übernehmen, sorgt für eine notwendige Individualisierung des Employee-Life-Cycles bei gleichzeitigem Fokus auf den klassischen Karriereweg.

Unabdingbar ist es, dass der Gamificationansatz hier niemals außer Acht lässt, dass jeglicher Fortschritt innerhalb des individuellen Rollenansatzes, gleichzeitig auch zuträglich zum ‚roten Faden‘ ist. Auf diese Art und Weise lässt sich, zum Beispiel, sogar individuelle Performance gut mit einem kooperativen Teamsansatz verbinden.

Fazit

Stellt man ein, auf diese Art und Weise auf die russische Kultur, angepasstes Gamification-Design zur Verfügung, gelingt es ein auf Kurzfristigkeit fokussiertes Verhalten automatisch in einen langfristigen Karriereplan zu integrieren.

Im Kern teilt sich die Weltbevölkerung die spielerische Faszination und die Gründe dafür. In der Ausführung jedoch und somit den anzuwendenden Mechaniken, muss man sich auf den kulturellen Kontext der beteiligten Personen einstellen.

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