Es zählt die Wirkung, nicht der Begriff

Sollte man es Gamification nennen?

Auch nach dem gerade vergangenen Gamescom Congress 2017 steht fest, diese eine Frage wird nicht verschwinden. Aber ich möchte meine Gedanken dazu teilen, denn es zählt die Wirkung, nicht der Begriff.

Das Thema haben wir auch im Abschlusstalk aufgegriffen.

Das Thema Gamification ist nach wie vor schwer greifbar. Für Außenstehende oder einfach kurz-Intressierte kommt eine Recherche dazu wohl meis einer Suche im Dschungel gleich.

Und das ist nachvollziehbar. Serious Games, Game-Based-Learining, Simulation, Edutrainment, Gamification, Motivationsdesign, Engagementdesign, ja sogar Human-Performance-Design und viele Begriffe mehr werden damit verbunden. Ganz zu schweigen davon, wie diese nun zueinander stehen. Gibt es eine Hierarchie, eine Priorität? Ist das Eine Teil des Anderen?

Worüber man sich sicher sein kann: Jeder hat da so seine Meinung dazu und viele können diese auch (gut) begründen. Halt immer aus seiner Sicht, seinem Kontext und dem Umfeld, in dem sich seine Kunden befinden. Ein richtig oder falsch gibt es da wohl kaum.
Selbst wenn ich das sooo gerne hätte. Und ich weiß natürlich was richtig ist 😜.

Die Wirkung

Was all die oben genannten Begriffe aber miteinander verbindet, ist der Wunsch ihrer Wirkung auf die beteiligten Personen. Engagement. Nicht weniger also der heilige Gral. Besonders in der heutigen Zeit, wo es an Auswahlmöglichkeiten sein Engagement einzbringen, nie fehlt.

Der Ansatz

Hier sieht man dann aber doch Unterschiede. Erschreckend viele Versuche, sich das Engagement einer Zielgruppe zu verdienen, basieren auf dem Element der Belohnung.
„Wenn du das machst, dann bekommst du was.“
Dabei kann es sich bei der Belohnung um Geld handeln, um Punkte die eintauschbar sind, um Punkte die jemanden auf der Rangliste nach oben bringen, um Badges, um Boni, um Überraschungen, und vieles mehr. Dabei ist es völlig egal was man wählt. Natürlich ist das Eine, innerhalb einer Situation, erfolgreicher als das Andere, aber es ist alle extrinsisch.

Wenn Spiele bzw. das was Spiele und andere freiwillige Situationen so erfolgreich macht, eines aber nicht ist, dann ist das extrinisische Motivation. Hier lernt man den Unterschied zum intrinsischen. Eine intrinsisch motivierte Aktivität führt man aus, um der Aktivität Willen. Dafür braucht man keine Belohnung. Kein Spieldesigner steht hinter dem Spieler und gibt ihm einen Scheck zur Belohnung, sobald dieser das Level beendet hat. Im Gegenteil, eine intrinsisch motivierte Aktivität extrinisisch belohnt, wird ihrer eigentlichen Eigenschaft – über die Zeit – beraubt. Somit würde jedes Spiel eher zur Arbeit werden, da man es ja für die Entlohnung tut. Das wäre dann sozusagen die Workification von Spielen. Schrecklicher Gedanke.

Fazit

Am Ende ist der Begriff, den man für den intrinsischen Motivationsansatz verwendet als zweitrangig. Ich sage nicht, dass er unwichtig ist, da er natürlich auch ein Kommunikations- und Marketingwerkzeug darstellt. Aber am Ende bestimmt die Wirkung über die Daseinsberechtigung solch eines Motivationsansatzes.

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