Typeneinteilung oder Reifegrad

Typeneinteilung und Reifegrad

Wie oft stößt man in den allerunterschiedlichsten Bereichen auf irgendeine Art von Typeneinteilungen? Überall? Man findet sie bei den Managertypen in Form von Farben oder auch eingeteilt in die X- bzw. Y-Theorie.

Quelle: http://www.unternehmenssteuerung20.de/

Man findet die Einteilung im Marketing bei Zielgruppen und mehr. Man findet sie bei Mitarbeitern in den unterschiedlichsten Varianten wie zum Beispiel hier.

Und natürlich findet man sie auch bei Spielern und innerhalb von Gamification. Hier lassen sich wohl fast ausschliesslich alle Ansätze auf die Player Types von Bartle zurückführen.

Vor allem wenn man Betriebswirtschaftslehre studiert, kommt man um all diese Typenlehre kaum herum. Aber ist sie wirklich so hilfreich? Also in der Praxis?

Ja, zugegeben, jeder von uns besitzt eine bestimmte Persönlichkeit, die wohl ausgeprägter ist, als eine andere. Aber, bei all der Komplexität des menschlichen Verhaltens, kann man da wirklich glauben, dass

  1. man diese auf 4 oder auch 20 Typen runterbrechen kann?
  2. diese dann auch über einen längeren Zeitraum pro Person zutreffen?

Konsequenz

Nach meinen Erfahrungen glaube ich das nicht bzw. möchte das so nicht stehen lassen. Im Kontext von Gamificationentwicklungen überlegen wir uns natürlich ganz genau welche Mechaniken wohl auf welches Verhalten bei welcher Zielgruppe am ehesten zielführend sein kann. Das Schwierigkeit dabei: Der Mensch wird mehr von seinem Umfeld geprägt, als wir es uns meist zugestehen wollen. Somit ändert sich auch täglich seine Laune, seine Einstellung, seine Meinung, und vieles mehr. All dies hat natürlich auch einen Einfluss auf sein Verhalten. Allein von einem ausgeprägten Typus ausgehend, kommen wir daher nicht weit. All diese externen Einflüsse werden hier einfach gekonnt ignoriert.

Der Reifegrad

Vor ein paar Jahren begannen wir daher damit uns eine realistischere bzw. praxisorientiere Herangehensweise zu erarbeiten. Eine, die sich nach der Praxis richtet, selbst wenn sie der gelernten Theorie widerspricht. Wir nennen das den Reifegrad.

Hier orientieren wir uns eher daran, wie weit eine Person, innerhalb eines bestimmten Kontextes, gekommen ist. Was ich damit meine:

Findet sich die Person in einem ihr unbekannten Umfeld wieder, sehnt sie sich nach bestimmtem Feedback und Handlungsmöglichkeiten. Diese unterscheiden sich von einem Umfeld, das ihr bereits vertraut vorkommt, bzw. das sie eventuell sogar bereits gemeistert hat.

Beispiel

Eine Person, die gerade neu in einem Unternehmen beginnt ist sehr empfänglich für Mechaniken bzw. Tätigkeiten, die ihr ein schnelles Achievement verschaffen. Denn diese Achievements zeigen ihr, dass es das richtige war im neuen Unternehmen anzufangen. Sie erkennt, dass sie ersteinma fähig ist hier zu bestehen. Und das möchte sie auch dem neuen Arbeitgeber zeigen.
Es war richtig sie einzustellen.

Nach dieser Erkenntnis und der persönlichen Einordnung kommt nun gerne der Zeitpunkt ab dem beginnt, sich mit anderen zu vergleichen. Natürlich möglich mit anderen Personen, die auf einer ähnlichen Stufe des Reifegrads stehen. Ist ja nicht gerade sinnvoll, wenn man sich als jemand, der seit 6 Monaten hier arbeitet, mit jemandem vergleicht, der seit 20 Jahren seinen Status im Unternehmen erarbeitet hat.

Und so geht das dann immer weiter, je nach Reifegrad. Wir haben hier manchmal bis zu 8 einzelnen Reifegrade definiert. Natürlich kann man auch hier nicht davon reden, dass diese nun allgemein gültig sind und jede Person gleich darauf reagiert. Aber uns erscheinen diese, aus Erfahrung, viel konsistenter und auch nachvollziehbarer, als der reine Fokus auf den Personentypus.

Fazit

Der Mensch gehört wohl zu der anpassungsfähigsten Spezies, auf diesem Planeten. Der Ansatz des Reifegrades respektiert diesen Fakt, anstatt ihn zu ignorieren in dem man einen Typus ohne den dazugehörigen Kontext definiert. Denken Sie nur an sich selber: Auch wenn Sie der größte Star in Ihrem Umfeld/Unternehmen sind, also einen Reifegrad 100 besitzen, schmeißt man sie in ein, Ihnen völlig unbekanntes, neues Umfeld, werden sich Ihre Bedürfnisse und Ihr Verhalten ändern. Obwohl Sie vom Charakter her bzw. der Typeneinteilung her, immer noch der Selbe wären.

Bonus

Mehr Insights zum Thema Gamification finden sie auch in unseren 2-minütigen Videos auf unserem Youtube-Channel.

 

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